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Missionarsarbeit: Pater Thomas Cherukat hilft mit Schimborner Freundeskreis Schulkindern im afrikanischen Tschad - »Glücklich über Unterstützung«

Die Besuche von Pater Thomas Cherukat sind seit nunmehr 31 Jahren ein fester Bestandteil im Jahreskalender von Schimborn. Hier hat er zusammen mit einigen Gleichgesinnten im Jahr 2005 den Freundeskreis der Missionare des heiligen Franz von Sales/Fransalianer gegründet. Und der war äußerst rege, denn seither konnten 90 500 Euro an Spenden gesammelt und in der Mission in Bero im afrikanischen Tschad investiert werden.

»Ich bin begeistert und sehr glücklich über die große Unterstützung aus dem Kahlgrund und den großen Erfolg dieser Hilfe«, sagte er, als Kassiererin Bettina Krebs bei der Jahreshauptversammlung den seit der Gründung des gemeinnützigen Vereins gesammelten Betrag mitteilte.

Etwa 200 regelmäßige Spender

Das Zustandekommen dieser Zahl ist leicht zu erklären. Der Verein zählt aktuell 41 Mitglieder, die meistens auch noch die anfallenden Kosten auffangen, und etwa 200 regelmäßige Spender, darunter nicht nur Privatpersonen, sondern auch Firmen und Banken. Dazu kommen die Einnahmen aus diversen Aktionen, wie einem Stand beim Weihnachtsmarkt in Schöllkrippen, wo es beispielsweise indisches Essen gibt. Abgezogen werden etwa 0,88 Prozent Verwaltungskosten, der Rest fließt über Pater Thomas, der regelmäßig »seine« Mission besucht, nach Afrika.

Der in Indien geborene Pater gehört der Ordensgemeinschaft Missionare des heiligen Franz von Sales an. Heute ist er stellvertretender Generalsuperior und damit überwiegend in Rom tätig. Als die Kahlgründer den Freundeskreis gründeten, war der Pater Missionsober in der von seinem Orden ins Leben gerufenen Tschad-Kamerun-Mission. Der Orden unterhielt damals bereits einige Missionen in Afrika, Tschad und Kamerun waren die jüngsten.

»Als ich ankam, gab es nichts«

»Als ich ankam, gab es nichts«, erinnert sich Pater Thomas an die Anfänge in Bero, das den Mittelpunkt von etwa 28 Dörfern mit rund 20 000 Menschen bildet. Da sich die frühere Missionsverwaltung wegen Personalmangels aus dem etwa 35 Kilometer entfernten Doba zurückziehen musste, kamen weitere rund 50 000 Menschen dazu. Sie verteilen sich aktuell auf etwa 60 Dörfer.

80 Prozent leben in Armut

Der Tschad gehört zu den ärmsten Ländern der Welt: Rund 80 Prozent der Bevölkerung leben in Armut. Ihre Dörfer bestehen meist aus einfachen Hütten, und da die Polygamie nicht verboten ist und Männer daher bis zu vier Frauen haben können, ist die Anzahl der Kinder sehr hoch. Eine staatliche Schulpflicht besteht nicht. Weil die Lehrer ohne Bezahlung unterrichten, nehmen sie es mit dem regelmäßigen Erscheinen nicht so genau. So sind rund 50 Prozent der Bevölkerung Analphabeten.

100 Euro im Jahr decken Kosten

Die Ordensgemeinschaft hat sich insbesondere auf die Einrichtung von Schulen konzentriert. Die in Bero zählt momentan 250 Kinder. Die Tendenz ist steigend: »Wir brauchen unbedingt einen zusätzlichen Klassenraum«, berichtet der Pater. Daneben gibt es ein Internat, in dem zurzeit 31 Jungen leben. Ziel ist es, 50 Jungen dort unterbringen zu können, denn die Nachfrage nach guter Ausbildung nimmt zu. Es können übrigens auch Patenschaften übernommen werden: Ein Betrag von 100 Euro im Jahr reicht für die Ausbildungskosten eines Kindes. Über die Jahre konnten mit den Spenden zudem eine Mehrzweckhalle und eine Dorfklinik in Bero errichtet werden. Kamerun, wo die Fransalianer ebenfalls tätig sind, ist zwar nicht so arm, doch hier wie im Tschad sind die meisten Straßen staubig bei Temperaturen von bis zu 50 Grad oder schlammig in der Regenzeit. Seit einigen Jahren gibt es zumindest eine geteerte Verbindungsstraße zwischen beiden Ländern. Der Orden kümmert sich seit einigen Jahren auch um die Mission Mbe-Karna in Nordkamerun. Weil es hier kaum regnet, herrscht ein großer Mangel an sauberem Trinkwasser, so dass Krankheiten wie Cholera leichtes Spiel haben. Deshalb soll eine gewisse Anzahl Brunnen gebaut werden, wobei der Bau eines Brunnens nur etwa 700 Euro kostet. Auch im geistlichen Bereich hat sich einiges getan. Das gegenwärtige Team im Tschad und in Kamerun besteht aus 13 Priestern, in Bero sind unter Pater Joshy vier junge, in Afrika ausgebildete Priester aus Indien im Einsatz. Im September erlebt die Mission eine Premiere: Der erste Kameruner wird zum Priester geweiht. »In den kommenden Jahren werden vier weitere folgen«, freut sich Pater Thomas, der am Freitag wieder nach Afrika reist, um bei der Priesterweihe dabei zu sein.

Pater Agnelo Fernandes in Bero

Als die Missionare der Ordensgemeinschaft des heiligen Franz von Sales vor etwa zwölf Jahren in Bero/Tschad tätig wurden, gab es weder eine Schule noch eine Dorfklinik. Als sich Pater Agnelo Fernandes, Generalsuperior des Ordens, sich kürzlich ein Bild von den bisherigen Erfolgen machte, wurde er von den Müttern und deren Kindern begrüßt.

Pater Thomas

Pater Thomas Cherukat hat 2005 den Schimborner Freundeskreis ins Leben gerufen. Seither wurden rund 90 500 Euro gesammelt.

Mömbris-Schimborn. Mit 150 Gästen war das ökumenische Abendgebet in der Sankt-Jakobus-Kirche in Schimborn Ende Januar so gut besucht, dass rund 760 Euro für den Aufbau eines Krankenhauses im afrikanischen Missionszentrum Bero verwendet werden können.

Das Geld wurde nun an Kilian Nees (Zweiter von rechts) von den Organisatoren, dem evangelischen Pfarrer Michael Trimborn und den Pastoralreferenten Marion Lamster und Udo Hartmann (von links), überreicht.

Nees ist Vorsitzender des "Freundeskreises der Missionare des heiligen Franz von Sales/Fransalianer". Dieser Kreis unterstützt den indischen Pater Dr. Thomas Cherukat, der in Bero tätig ist und seit Jahren die Mömbriser Pfarrer im Sommer vertritt. (Bild u. Bericht: Marion Stahl)

Am 15. August, Mariä Himmelfahrt, wird traditionell an der hoch über Rothengrund thronenden Kapelle Patrona Bavariae das Kapellenfest gefeiert. Der Festbetrieb beginnt heuer am Donnerstag, 14. August, um 18 Uhr mit einer Andacht. In den Festgottesdienst am Feiertag um 9.30 Uhr eingebettet ist die Kräuterweihe.

Der ausrichtende Kapellenbauverein hat zwei weitere Gründe zum Feiern. Zum einen wurde die Kapelle am 15. August 1994, also vor 20 Jahren, vom damaligen Weihbischof Helmut Bauer gesegnet. Zum anderen wird Pater Thomas Cherukat 65 Jahre alt; er hält zum neunten Mal den Festgottesdienst. Während seines Studiums unter anderem in Würzburg besuchte der in Indien geborene Geistliche 1980 erstmals den Kahlgrund, seit vielen Jahren ist er die Urlaubsvertretung von Pfarrer Spöckl. Pater Thomas gehört zur Ordensgemeinschaft Missionare des heiligen Franz von Sales, seit vergangenem Jahr ist er Direktor des Missionsbüros in Rom. Schon seit vielen Jahren unterstützt der Orden das Dorf Bero im Tschad. Marion Stahl

 

Pater Georgekutty in Kamerun tödlich verunglückt 

Fr. Georgekutty Puthiyidom, MSFS

 

Bei einem Unfall kam am Dienstag, dem 29. September 2009 Pater Georgekutty Puthiyidom, MSFS ums Leben.

Pater Georgekutty war mit einem Neupriester aus Indien zu einem Begrüßungspicknick an der Küste, als sie von hohen Wellen überrascht wurden. Die Patres wurden ins Meer gespült, für Pater Georgekutty kam jede Hilfe zu spät.

Pater Georgekutty war dreieinhalb Jahre Kaplan und Gemeindebevollmächtigter in der Pfarrgemeinde Ekoumdoum. Er war ein froher Mensch, der Freude in das Leben aller brachte, die ihn kannten. Er war aufgeschlossen und spontan. Er hatte in der Tat eine Menge guter Eigenschaften, vor allen Dingen aber war er ein guter Priester. Alle Mitbrüder schätzten ihn. Und die Menschen in Ekoumdoum mochten ihn sehr.

 

 

Fr. Georgekutty Puthiyidom, MSFS

12.08.1976 - 29.09.2009

Chad-Cameroon Mission

 

Interview mit Pater Dr. Thomas Cherukat

Heute beantwortet Pater Dr. Thomas Cherukat unsere Fragen.

Pater Cherukat ist 65 Jahre und in Indien geboren. Er ist Leiter des Missionsbüros „Missionare des Hl. Franz von Sales" (MSFS) in Rom.

Er kommt seit 2005 jedes Jahr für vier Wochen im August in den Kahlgrund als Urlaubsvertretung für die Pfarreiengemeinschaft Mittlerer Kahlgrund.


Bitte schildern Sie unseren Bürgern Ihren bisherigen Lebenslauf.

Ich bin in Indien (Bundesstaat Kerala -> südlichster Bundesstaat in Indien) als Jüngster von 11 Geschwistern geboren. 1975 wurde ich in Indien zum Priester geweiht. Von 1979 bis 1982 studierte ich Theologie an der Universität in Würzburg (Magister). Danach bin ich wieder zurück nach Indien gegangen. Dort habe ich 1984 in Bangalore eine philosophische Hochschule gegründet. Anschließend habe ich von 1988 bis 1991 an der Universität in Wien in katholischer Theologie promoviert. Dann bin ich wiederum nach Indien zurückgekehrt, wo ich neun Jahre lang Provinzial in Bangalore war. Im Jahre 2000 gründete ich im Auftrag des Ordens Missionen in Kamerun und Tschad. Bis 2008 war ich dort als Missionsoberer tätig. Gleichzeitig war ich als Generalrat und stellvertretender Generaloberer im Orden „Missionare des Hl. Franz von Sales (MSFS)“ tätig. Seit Januar 2014 leite ich das Missionsbüro in Rom. Dieses ist ca. 3 Minuten vom Petersplatz entfernt, also sehr nahe am Vatikan.

Was hat Sie bewogen Priester zu werden?

Ich bin in einer sehr religiösen Familie aufgewachsen und wurde durch meine Erziehung schon vorher stark geprägt. Außerdem besuchte ich eine katholische Schule und hatte dadurch viel Kontakt mit Ordensschwestern und Priestern. Ihre Tätigkeit hat mein Interesse geweckt, selbst einmal Priester zu werden. Übrigens: In Indien sind nur ca. 3 % der Menschen Christen, während es in Kerala etwa 20 % sind. Die Thomas-Christen sind die älteste christliche Gemeinde in Indien. Ich gehöre zu dieser Gemeinde.

Wie ist der Orden „Missionare des Hl. Franz von Sales“ (MSFS) entstanden? Wann wurde dieser gegründet? Welche Ziele verfolgt der Orden?

Er wurde in Annecy (Savoyen, Frankreich) im Jahre 1838 von Pierre-Marie Mermier gegründet. Der Orden ist also schon 176 Jahre alt und hat den christlichen Glauben nach Zentralindien gebracht. Weltweit ist der Orden in 26 Ländern (davon 9 Länder in Afrika) tätig. Der Schwerpunkt unserer Arbeit liegt in Indien, Brasilien, Afrika und Philippinen. Unsere Hauptaufgabe liegt in der Ausbildung, Entwicklungshilfe, sozialer Arbeit und dem Pastoraldienst. Das Ziel ist die Verbesserung der Lebensverhältnisse der Bevölkerung und die Unterstützung in besonders unterentwickelten Ländern.

Was führte Sie in unsere Marktgemeinde bzw. nach Deutschland?

Nach Deutschland bin ich durch ein Stipendium des katholischen Hilfswerks „Missio“ gekommen. Deutschland ist sehr gefragt, wenn es um ein Theologiestudium geht. Durch das Studium in Würzburg lernte ich viele Schimborner Familien kennen. Diese habe ich dann oft besucht, wenn ich Zeit hatte neben dem Studium. Dort habe ich mich dann immer sehr wohlgefühlt und hatte den Eindruck, immer willkommen zu sein. Seit meiner Tätigkeit in Afrika komme ich pro Jahr einmal nach Schimborn. 2005 habe ich die Pfarrvertretung in der Pfarreiengemeinschaft Mittlerer Kahlgrund übernommen. Dadurch bin ich jedes Jahr für ca. 4 Wochen im August im Kahlgrund.

Welche Aufgaben nehmen Sie als Urlaubsvertretung wahr?

Ich halte täglich abwechselnd Gottesdienste in den 10 Kirchen im Mittleren Kahlgrund ab. Außerdem stehe ich für Beerdigungen und Taufen und weitere pastorale Aufgaben zur Verfügung. Ich bin im Gebiet der Pfarreiengemeinschaft Mittlerer Kahlgrund sehr viel unterwegs, besonders an den Wochenenden.

Wie viele Sprachen sprechen Sie?

Ich beherrsche die Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch und Italienisch. Dazu kommen noch vier verschiedene indische Sprachen.

Sie haben im Kahlgrund auch einen Verein gegründet. Erzählen Sie uns bitte mehr darüber.

Der Verein nennt sich „Freundeskreis der Missionare des heiligen Franz von Sales“. Dieser hat seinen Sitz in Mömbris. Wir haben ca. 40-50 Mitglieder und einen großen Spender- bzw. Förderkreis (ca. 150-200 Menschen). Wir unterstützen die Arbeit des MSFS in Afrika.

Da Sie Ihr Missionsbüro in Rom haben, stellt sich natürlich die Frage, ob Sie schon einmal dem Papst begegnet sind?

Bei Papst Benedikt XVI. hatte ich schon einmal eine persönliche Audienz. Papst Franziskus habe ich schon oft gesehen, aber ich hatte bis jetzt noch nicht die Gelegenheit einer Audienz bei ihm.

Was ist Ihre derzeitige Aufgabe?

Ich bin in meinem Missionsbüro in Rom die Koordinierungsstelle für 26 Länder. Für die Projekte in Afrika bin ich immer auf der Suche nach Unterstützung und Finanzierung. Ein aktuelles Projekt ist die Trinkwasserversorgung in unserem Missionsgebiet in Tansania. Außerdem kümmere ich mich um die Schulausbildung der Kinder und Erwachsenen. Weitere Schwerpunkte sind die Entwicklungshilfe sowie die Gesundheitsvorsorge und Krankenbehandlung. Alle derzeitigen Projekte und wie Sie diese unterstützen können finden Sie auf der Website: www.amisales.org oder www.fransalians.com.

Was gefällt Ihnen am Kahlgrund?

Diese Gegend ist für mich zu einer zweiten Heimat geworden. Ich fühle mich sehr wohl hier und die Menschen sind sehr entgegenkommend. Ich bekomme immer wieder Einladungen von Freunden aus dem Kahlgrund. Viele Bekannte haben mich auch schon in Rom besucht und ich würde mich über noch mehr Besuch in Zukunft freuen. Sie erreichen mich in Rom per E-Mail unter  Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!  oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! . Das Kapellenfest in Rothengrund (dieses Jahr am 15.08.2014) ist für mich der Höhepunkt meines Aufenthalts, weil ich da immer sehr viele Menschen treffe, die ich schon lange kenne. Man könnte sagen: „Ich bin fast ein Kahlgrünner!“